Akuttraumatologie

Die Akuttraumatologie ist ein wesentlicher und dynamischer Zweig der Medizin, der sich mit der Sofortbehandlung und Versorgung von Patientinnen und Patienten befasst, die schwerwiegende und oft lebensbedrohliche Verletzungen erlitten haben. Unser Ziel ist es, umfassende Informationen und Einblicke in dieses faszinierende und lebensrettende Fachgebiet zu bieten. Ob Sie ein Fachexperte sind, der nach den neuesten Forschungserkenntnissen sucht, oder jemand, der einfach mehr über die grundlegenden Prinzipien und Techniken der Akuttraumatologie erfahren möchte, auf unserer Website erhalten Sie einen fundierten und ausführlichen Überblick über diese Inhalte.

Von der Notfallversorgung am Unfallort bis hin zu fortschrittlichen chirurgischen Eingriffen in der Klinik – die Akuttraumatologie umfasst ein breites Spektrum an Fähigkeiten und Techniken, die darauf abzielen, Leben zu retten und die Genesung zu maximieren. Wir bieten aktuelle, evidenzbasierte Informationen, praktische Ressourcen und Informationen.

Notaufnahme

Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) ist ein gemeinsamer Behandlungsbereich der chirurgischen, internistischen und neurologischen Kliniken des Universitätsklinikums Frankfurt am Main und ist im Untergeschoss des Hauptgebäudes des Universitätsklinikums lokalisiert (Haus 23 C): Hier erfolgt die primäre Versorgung akut bedrohter, erkrankter oder verletzter Menschen.
In der Zentralen Notaufnahme werden unfallchirurgisch nur dringliche Notfall-Erstbehandlungen durchgeführt. Kontrolluntersuchungen, geplante Behandlungen oder die Einholung von Zweitmeinungen kann über unsere Spezialsprechstunden, nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung unter 069/6301 5069, erfolgen.

Neben dem kinderärztlichen Bereitschaftsdienst wird auch der allgemeinärztliche Notdienst auf dem Gelände des Klinikums angeboten. Der ärztliche Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung befindet sich im Haus 1 am Universitätsklinikum und ist unter der ug.Telefonnummer erreichbar. Kleinere Verletzungen und Bagatelltraumen können dort behandelt werden.

Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienst: 116 117 (kostenlose, deutschlandweit einheitliche Rufnummer)

 

Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie der Universitätsklinik Frankfurt am Main ist als Überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie zertifiziert und nimmt ebenfalls am Schwerstverletztenartenverfahren (SAV) der gesetzlichen Unfallversicherung teil. Die Versorgung schwerstverletzter Patienten (Polytrauma) ist damit ein zentraler Bestandteil der Notaufnahme. Durch den hohen personellen, apparativen und logistischen Standard können rund um die Uhr zwei lebensbedrohlich verletzte Patienten durch spezialisierte Teams auch interdisziplinär professionell behandelt werden. Ein großer Anteil dieser kritisch verletzten Patienten erreicht die Universitätsklinik luftgebunden über den Hubschrauberlandeplatz, der sich auf dem Dach der Zentralen Notaufnahme befindet. Die Zentrale Notaufnahme der Universitätsklinik Frankfurt am Main ist mit 24 Behandlungsplätzen ausgestattet, die interdisziplinär durch alle Fachabteilungen genutzt werden. Diese fachliche Expertise aus den unterschiedlichen medizinischen Gebieten sowie durch spezialisierte Notfallpflegekräfte sichert eine optimale Behandlung aller Patienten rund um die Uhr. Angegliedert an die Zentrale Notaufnahme steht eine Akutstation mit Überwachungseinheiten zur Verfügung. Nach Stabilisierung und Anbehandlung wird die Aufnahme der Patienten ins Haus organisiert, bei Bedarf auch auf eine unserer Intensivstationen.
Apparativ ist die Zentrale Notaufnahme auf dem neuesten Stand der Technik, drei hochmoderne Schockräume, zwei Computertomographen und ein MRT stehen rund um die Uhr zur Verfügung und ergänzen die Routinediagnostik von Laborkontrollen, Sonographie und Röntgen.

Was sollten Sie bei Notfällen mitbringen?

Um eine möglichst zügige Behandlung zu ermöglichen, bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit:

  • Versicherungskarte der Krankenkasse
  • Personalausweis
  • Aktuelle, privat verfügbare ärztlichen Unterlagen, wenn möglich als Kopie (Arztbriefe, Medikamentenverordnungen und Notfallpässe, wie zum Beispiel Allergiepass)
  • Wir bemühen uns um kurze Wartezeiten, die Behandlung erfolgt aber nach Dringlichkeit. Wir bitten Sie daher um Verständnis und Geduld.

Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF)

Die Notfallmedizin ist ein integraler Bestandteil der Unfallchirurgie. Aus diesem Grund besetzen Ärztinnen und Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie im Wechsel mit Teams aus der Anästhesiologie und Inneren Medizin die beiden am Universitätsklinikum Frankfurt stationierten Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF).
Im Juli 1967 wurde am Universitätsklinikum das erste Mal ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) stationiert, seither ist dies fester Bestandteil der präklinischen Notfallversorgung in Frankfurt und Umgebung. Das Universitätsklinikum ist dabei einer von sechs Notarztstandorten im Stadtgebiet Frankfurt am Main, verfügt als einziger Standort über zwei Fahrzeuge. Das primäre Einsatzgebiet umfasst weite Teile des Stadtgebietes südlich des Mains, den Innenstadt- und Bahnhofsbereich, die Stadtteile Gallus, Westend und Bockenheim mit insgesamt etwa 190.000 Einwohnern sowie das Autobahn- und Schnellstraßennetz im Süden Frankfurts. Die ärztliche und organisatorische Leitung des Notarztstandortes obliegt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie (Direktor: Prof. Dr.med. Ingo Marzi).
Das NEF bildet zusammen mit einem Rettungswagen (RTW) eine taktische Einheit und wird immer dann alarmiert, wenn aufgrund des Meldebildes der Einsatz eines Notarztes erforderlich scheint oder ein Notarzt gezielt durch einen bereits an der Einsatzstelle tätigen Rettungswagen (RTW) nachgefordert wird.Alle eingesetzten Notärztinnen und Notärzte verfügen über die Zusatzqualifikation Notfallmedizin.

 

Polytraumamanagement

Das Polytrauma ist eine Haupttodesursachen unter jungen Menschen. Als maximalversorgendes Zentrum der Region (Überregionales Traumazentrum) betreut die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie jährlich etwa 700 Patienten die schwerste, lebensbedrohliche Verletzungen erleiden mit spezialisierten Teams im so genannten Schockraum. Dies sind Patienten nach schwersten Verkehrsunfällen, Stürzen aus großer Höhe aber auch nach Gewaltverbrechen.
Nach der initialen Stabilisierung erfolgt dann die weitere Versorgung im OP und eine anschließende intensivmedizinische Weiterbehandlung. Die Behandlung polytraumatisierter Patienten ist komplex und bedarf zu jeder Zeit des Behandlungspfades einer hohen Expertise und Erfahrung des behandelnden Teams. Neben dem initialen Ziel das Leben der Patienten zu retten, rückt im Verlauf die möglichst vollständige Wiederherstellung und Rekonvaleszenz in den Vordergrund. Um eine möglichst effiziente Versorgung dieser kritischen Patienten zu gewährleisten ist die Versorgung in Deutschland in Zusammenschlüssen zahlreicher Kliniken – den Traumanetzwerken – organsiert. Das Universitätsklinikum Frankfurt ist Mitglied des Traumanetzwerks Hessen Süd.
Die Versorgung durch unsere Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen folgt dabei einem strukturierten Versorgungskonzept, dem sogenannten Advanced Trauma Life Support (ATLS), die eine Fokussierung auf vital bedrohliche Verletzungen in den Bereichen Atmung, Kreislauf und Neurologie ermöglichen.
Um Großschadensereignissen, einer MANV-Situation (Massenanfall von Verletzten) gerecht zu werden, existieren dezidierte Notfallpläne, die die Versorgung von einer hohen Zahl Patienten möglich macht. 

Neben der Patientenversorgung nimmt die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie auch an der studentischen Lehre teil und vermittelt hier zentrale Bestandteile der Notfallmedizin und Schwerverletztenversorgung an angehende Ärztinnen und Ärzte. Eine stetige Weiterentwicklung und Verbesserung der Versorgung erfordert intensive Forschung. Aus diesem Grund ist die Polytraumaforschung, sowohl als experimentelle Grundlagenforschung, als auch im klinischen Bereich einer der Hauptbereiche unserer Forschungsaktivität. Ergebnisse unserer Forschung werden regelmäßig in anerkannten internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.